Geschichte

Die Vorläufer des Hessischen Rechnungshofs lassen sich urkundlich mindestens bis ins Jahr 1779 zurückverfolgen.

Der Hessen-Darmstädtische Adresskalender des Jahres 1779 enthält einen Eintrag über die Rentkammer in Darmstadt. Demnach ist ein der Rentkammer angegliedertes Rechnungsdepartment mit Rechnungs-Justifikatoren und Revisoren besetzt.

Nach vielfältigen Änderungen im Status und im Aufgabenbereich des Rechnungsprüfungswesens wurde 1852 die seit 1821 bestehende Rechnungskammer in eine Oberrechnungskammer umgewandelt und 1879 in ihren Befugnissen stark aufgewertet.

Sie war zwar noch dem damaligen Regenten untergeordnet, aber bereits eine der Staatsverwaltung gegenüber unabhängige Behörde.

Die Oberrechnungskammer verlor ihre eigenständige Tätigkeit 1937: Auf Länderebene wurden alle obersten Rechnungsprüfungsinstitutionen - mit Ausnahme der Preußens - aufgelöst. An ihre Stelle trat der Rechnungshof des Deutschen Reiches in Potsdam mit mehreren Außenstellen.

Mit dem Zusammenbruch des "Dritten Reiches" fand auch die Arbeit des Rechnungshofs des Deutschen Reiches ihr Ende.

Bereits im März 1946 wurden die ersten Überlegungen zur Errichtung des Rechnungshofs für das Land Hessen angestellt. Im Juni 1946 nahm der Hessische Rechnungshof unter Leitung von Dr. Boll in den Räumen des ehemaligen Standortlazarettes in der Eschollbrücker Straße 27 in Darmstadt - auch heute noch Sitz des Rechnungshofs - seine Tätigkeit auf.

Durch Inkrafttreten der Hessischen Verfassung am 1. Dezember 1946 wurde die institutionelle Garantie für den Bestand des Rechnungshofs in Art. 144 der Hessischen Verfassung festgeschrieben.

Das erste Gesetz über den Hessischen Rechnungshof wurde im Jahre 1970 durch den Hessischen Landtag beschlossen. Im Jahr 1986 gab es eine Neufassung, die zuletzt im Jahr 2009 eine Änderung erfahren hat.